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Dana Schwandt über Ayurveda für Mamas

„Fang an, dich selbst am wichtigsten zu nehmen!“

Dana Schwandt über Ayurveda für Mütter: Schlafen, Ernährung und Prioritäten setzen // Mama Yoga Blog MOMazing

Werbung – Transparenz: Dieser Artikel enthält Links zu den Angeboten der Gastautorin.

MOMazing ist für mich so etwas wie eine neverending Fortbildung. Ich bin so dankbar für alle Autorinnen, Experten und Gesprächspartner, die unser Leben als Mama ein kleines bisschen einfacher, leichter und heller machen. Diese Woche freue ich mich über Ayurveda-Expertin Dana Schwandt von IchGold. Sie hat als zweifache Mama nicht nur den Glow und ein tiefes Wissen rund um Yoga und Ayurveda, sondern verrät auch wie jede von uns mit mehr Energie und Elan durchs Leben geht.


Das größte Problem, das wir als Mamas haben ist – wir haben zu wenig Zeit! Unsere Kinder fordern einen Großteil unserer Zeit und Aufmerksamkeit, die wir ihnen super gerne schenken. Und doch ist es so, dass wir mit unseren Bedürfnissen, gerade in den ersten Jahren, zu kurz kommen. Und da kommt Ayurveda ins Spiel. 

 

Jetzt könnte man ja denken – Ayurveda, das ist zu kompliziert und zeitintensiv. Das kann ich machen, wenn die Kleinen größer sind. Aber – weit gefehlt! Ayurveda insbesondere in der Kombination mit Gewohnheitstraining ist das optimale Tool, um durch kleine Veränderungen in deinen Handlungen und deinem Bewusstsein nicht nur dafür zu sorgen, dass es dir körperlich besser geht und du selber wieder so richtig in deine Kraft findest, sondern auch dafür, dass du lernst dich selber nicht mehr so hart ins Gericht zu nehmen und liebevoller mit dir zu sein. Weil mal ganz ehrlich: Die meisten von uns sind nicht besonders gut darin, unsere eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu achten. Und das wird, wenn wir Mutter werden nicht besser, sondern schlimmer. 

Dana Schwandt über Ayurveda für Mütter: Schlafen, Ernährung und Prioritäten setzen // Mama Yoga Blog MOMazing

Ich erinnere mich noch gut daran als meine beiden, die jetzt zehn und sechs Jahre alt sind, klein waren. Ich bin total darin aufgegangen eine super Mutter zu sein. Der Klassiker würde ich sagen – mit selbst gekochten Möhrchenbrei, Holzspielzeug und zumindest beim Ersten zwei Jahre lang zuckerfrei. Was ich irgendwann feststellen musste ist, dass ich einen seeeeehhhhhhrrrr hohen Anspruch an mich als Mutter entwickelt hatte und darüber ziemlich außer acht gelassen habe, wie gut ich mich um mich selber kümmere und der Stress und der Druck stieg. Erst als ich angefangen habe, mit Gewohnheitstraining ayurvedische Prinzipien in meinen Alltag zu integrieren sind die zehn Kilo ohne Verzicht von meinen Hüften gepurzelt, mein Schlaf war endlich wieder erholsam und ich fühlte mich nicht nur als Mutter, sondern auch wieder als Frau. Und das ist meine Absicht auch für dich. Also: Lass uns loslegen!

Ayurveda für Mamas & Schlaf

Ein Problem ist für uns Mütter oft der Schlaf. Entweder die Kleinen schlafen schlecht, oder aber sie schlafen zwar mittlerweile wieder durch, aber wir wälzen uns hin und her und sind bei jedem Hüsteln hellwach. Schlaf ist eine der wichtigsten Regenerations-Ressourcen unseres Körpers, deswegen legt das Ayurveda viel Wert auf die Qualität des Schlafes. Es gibt sicherlich einige Dinge, die du nicht beeinflußen kannst, bezogen auf deinen Schlaf, aber einige sehr wahrscheinlich schon.  

Dana Schwandt über Ayurveda für Mütter: Schlafen, Ernährung und Prioritäten setzen // Mama Yoga Blog MOMazing

Besser einschlafen:

Das Ayurveda basiert auf den fünf Elementen Luft, Raum, Wasser, Erde und Feuer. Aus jeweils zwei dieser Elementen setzen sich die drei vorherrschenden Bioenergien, die wir in der Natur und auch in unserem Körper wiederfinden, zusammen. Das sind Vata (Luft + Raum), Pitta (Feuer + Wasser) und Kapha (Erde und Wasser). Jede dieser Bioenergien hat bestimmte Qualitäten, die uns auf allen Ebenen unseres Seins beeinflussen.

 

 

Über den Tag verteilt ist immer in etwa vier Stunden lang, eine dieser Energien in der Natur am präsentesten. Die Kapha-Energie hat beispielsweise eines ihrer Hochs zwischen 18-22 Uhr. Die Energie von Kapha ist schwer, nach unten sinkend und stabil. Also ein perfekter energetischer Zustand, der Schlaf fördert. Ab 22 Uhr, bis 02 Uhr übernimmt dann allerdings die Pitta-Energie die Oberhand. Pitta im Gegensatz zu Kapha ist energetisierend, nach oben steigend und aktionsorientiert. Je nachdem, zu welchem Zeitpunkt wir also schlafen gehen, können wir von der Kapha-Energie profitieren und leicht einschlafen (beobachte mal wie es Dir gegen 20 Uhr geht, da gähnen die meisten von uns, da hat die Energie ihr Peak), wird es allerdings nach 22 Uhr und geht gen 12 Uhr (da hat Pitta sein Peak) fällt es uns wahrscheinlich sehr schwer. 

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Tipp Nr. 1 für besseren Schlaf:

Komme was wolle – gehe so oft wie möglich vor 22 Uhr ins Bett, auch wenn Du denkst… ich hatte aber noch gar keine Zeit für mich.... Denn du kannst nicht nur besser einschlafen, sondern diese Kapha-Energie sorgt auch dafür, dass Dein Körper in einen tieferen Schlaf gleitet und die Nacht insgesamt erholsamer wird.

 

Interessanterweise haben wir morgens ein ähnliches Phänomen. Zwischen zwei Uhr und sechs Uhr morgens ist die Vata-Energie präsent. Diese Energie sorgt für Bewegung, viele Gedanken und Leichtigkeit, ist also optimal um leicht aus den Federn zu kommen. Ab sechs Uhr übernimmt dann Kapha wieder die Führung. Und so sehr wir uns abends darüber freuen, so schwer macht es diese Energie es uns morgens aufzustehen! Daher empfiehlt Ayurveda folgendes:

 

Tipp Nr. 2 für mehr Energie im Tag:

So oft wie möglich, stehe morgens vor sechs Uhr auf, auch, wenn Du eigentlich noch nicht ausgeschlafen bist. Das ist ein etwas absurder Tipp, ich weiß. Aber die Erfahrung mit unseren Kursteilnehmern, und ich habe schon viele Mütter mit kleinen Kindern dabei gehabt, zeigt, sie starten trotzdem frischer in den Tag, kommen besser in die Gänge und sind besser drauf. Natürlich ist das oberste Gebot, dafür zu sorgen ausreichend Schlaf zu bekommen. Wenn es also in der Nacht nicht gereicht hat, hole Dir am besten den Schlaf, indem du abends noch früher ins Bett gehst.

 

Meine Kinder sind zwar schon relativ groß, aber ich gehe am liebsten um 21 Uhr, maximal 21:30 Uhr ins Bett, da ich um 5 Uhr morgens aufstehe. Ich liebe es nämlich bevor die Kinder um 6:45 Uhr aufstehen noch meine Morgenroutine mit Meditation, Yoga und Journaling zu praktizieren. Super wertvolle Zeit für mich, bei der ich so richtig auftanke.

 

 

Disclaimer: Wenn dein Kind sehr klein ist und super schlecht schläft ist dieser Rhythmus wahrscheinlich sehr schwer zu etablieren. Meine Absicht mit diesen Infos ist allerdings deinen Blick für deinen Schlafrhythmus zu schärfen, dass du langfristig dafür sorgen kannst, dich wieder so richtig zu regenerieren und morgens erholt vor dem Wecker aus dem Bett zu hüpfen!!

Ayurveda für Mamas & Ernährung

Besonders schwierig ist es für viele von uns, uns in unserem getackteten Alltag mit den Kleinen auch gut zu ernähren. Hier macht es Ayurveda super einfach. Das allererste was du tun kannst, um deine Ernährung zu verändern, so dass es dir besser geht, es aber unkompliziert bleibt ist... 

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Tipp Nr. 3 für bessere Ernährung:

Ändere nicht was Du isst, sondern wann Du isst! So wie die Bioenergien auf den Schlaf einen Einfluß haben, haben sie das auch für Deine Verdauung. Es ist ganz einfach so wie Oma schon sagte. Iss morgens wie ein Kaiser, Mittags wie ein König und Abends wie ein Bettelmann. Denn im Ayurveda dreht sich alles um deinen Stoffwechsel und der Kern deines Stoffwechsels ist dein Agni. Dein Verdauungsfeuer.

 

Mit Agni ist es wie mit einem richtigen Feuer. Erst mal muss es angemacht werden. Das tust du mit einem leichten Frühstück. Dann lodert es so richtig hoch zwischen zehn und 14 Uhr, denn da ist das Pitta-Dosha wieder am Ball, und da kannst du alles aufs Feuer schmeißen was du willst. Sprich eine große Mahlzeit auch mit schwerer verdaulichen Dingen. Als Faustregel kannst du dir merken: Eiweiß und Fett gerne Mittags, denn die sind für den Körper schwerer zu verstoffwechseln. Dann kommt noch der Bettelmann am Abend. Denn da gibt es nur etwas Leichtes und Kleines, und zwar am besten vor 19 Uhr.

 

Der Auftrag ist also: Iss am besten drei Mahlzeiten, die Hauptmahlzeit Mittags und Abends eher leicht. Und jetzt kommt’s – idealerweise isst du dazwischen und danach nichts mehr. Denn das Snacken, was wir in unserer Kultur gerne machen, bringt unseren Stoffwechsel extrem durcheinander, was zur Folge hat, dass wir uns müde fühlen, das Immunsystem immer schlechter wird und unsere Energie im Boden ist. Das ist meine Empfehlung für einen ersten einfachen Schritt!!

Prioritäten – Sorge dafür, dass deine Tasse immer voll ist!

Und jetzt kommt noch ein Herzensanliegen von mir. 

 

Mein Lieblingsmottos ist: Aus einer leeren Tasse kann man nichts heraus giessen. 

Dana Schwandt über Ayurveda für Mütter: Schlafen, Ernährung und Prioritäten setzen // Mama Yoga Blog MOMazing

Daher: Fang an, dich selbst am wichtigsten zu nehmen! Ich weiß, das kann man als Mama schlecht hören und es fiel mir zu Beginn auch sehr schwer es zu verstehen. ABER… es geht nicht um "jetzt komme ich und nach mir die Sintflut“, sondern darum, ohne die anderen auf der Strecke zu lassen, dafür zu sorgen, dass Deine Tasse immer voll ist. Oder wenn sie leer gelaufen ist, sie möglichst schnell wieder aufzufüllen. 

 

Wir sind als Mütter oft 24/7 im Hingabe- oder Dienenmodus. Das ist wundervoll und wie ich glaube eine der wertvollsten Erfahrungen, die man machen kann für seine persönliche Weiterentwicklung. Allerdings gibt es einen Haken. Sobald Du Gedanken hast wie… „Ich schaffe es nie zum Yoga“… „Eigentlich würde ich mich gerne besser ernähren"… „Ist das anstrengend“, „Ich bin so müde“… nimmt dein Verstand die Arbeit auf, für die er programmiert wurde und ergänzt (auch wenn es dir nicht immer bewusst ist) diese Sätze. Dein Verstand ist darauf programmiert deine Probleme zu lösen. Und um diese Probleme zu lösen, muss er erstmal herausfinden woher sie kommen.

 

Das heißt letztendlich sucht der Verstand nach dem Schuldigen. Und wenn du denkst: „Jetzt konnte ich schon wieder nicht zum Yoga“, kommt oft automatisch, „Wegen der Kinder“. Sogar wenn du ihnen nicht bewusst die Schuld dafür gibst, kreiert unser Verstand ein Szenario, indem die Kids (oder wahlweise auch der Mann) daran Schuld sind, dass wir nicht das bekommen was wir wollen. Und die schlechte Nachricht ist, er sorgt immer für einen Ausgleich. Wenn du also denkst – ich kriege nicht was ich will, wegen der Kinder, gibt es auf einer Ebene immer einen Payback zum Beispiel in Form von Ungeduld, Gereiztheit, Lustlosigkeit. Und wir fangen an unsere Kinder als Belastung anstelle von als Bereicherung zu empfinden (auch wenn wir das nie sagen würden). 

 

Dana Schwandt über Ayurveda für Mütter: Schlafen, Ernährung und Prioritäten setzen // Mama Yoga Blog MOMazing

Tipp Nr. 4 für mehr Me-Time:

Der Ausweg: Sorge dafür, dass deine Tasse immer voll ist. Für mich war das eine der härtesten Lektionen zu lernen. Aber seitdem ich mehr und mehr (und immer noch, nach all den Jahren, weit entfernt von perfekt) um mich kümmere, öfter mal nein sage, einfach nur weil jetzt Dana-Zeit ist, oder einmal mehr die Oma oder einen Babysitter kommen lasse, desto besser geht es mir und desto mehr Spaß und Nähe habe ich mit den Kindern in unserer gemeinsamen Zeit. Und ein netter Nebeneffekt ist, dass unsere beiden sich sehr gut selbst beschäftigen können. Denn das kann man nur lernen, wenn man auf sich selbst zurückgeworfen wird und nicht mit einer Übermutti, die ich mal war.

 

Bonus: Und ganz nebenbei, wenn wir immer zur Verfügung stehen und nicht gut für uns selber sorgen, geben wir unseren Kleinen genau das mit: „Man muss immer zur Verfügung stehen und sollte dafür eigenen Bedürfnisse hinten an stellen“. Und ganz ehrlich, das will doch keiner von uns unseren Kindern mit auf den Weg geben.

 

Also meine Mission: Lasst uns dafür sorgen dass unsere Tassen voll sind, auf dass unsere Kinder auch ein Leben leben, indem sie alles dafür mitbekommen haben, auch für ihre eigene Tasse zu sorgen. 

 

Bist Du dabei? Du hast alles was Du brauchst.

 

SatNam - Baby. Die Weisheit liegt in Dir,

 

Deine Dana

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Mehr über Dana Schwandt

Dana’s Vision ist #Weltliebe. Konkreter will sie Menschen ermöglichen, sich dauerhaft besser zu fühlen, mehr Zeit für sich zu haben, mehr Nähe zu Menschen zu leben und grundsätzlich gesünder und entspannter ihr Leben genießen zu lassen. Dafür hostet sie den Ayurveda & Lifedesign Podcast, schreibt selbst einen Blog und veröffentlicht jeden Wochentag einen Wake-Up-Post auf Facebook und Instagram. Sie bietet lebensverändernde Online-Kurse wie Tellergold an. Darin geht es darum, das Thema ayurvedische Ernährung einfach in den Alltag integrieren und Frieden mit seinem Körper zu schließen. Dana ist Lifedesign Coach, Expertin für Ayurveda und Gewohnheitstraining und Speakerin und lebt ihre eigene Vision mit ihrem Unternehmen Ichgold, was sie gemeinsam mit ihrem Mann, von ihrem Traumhaus aus führt.


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